Tipps vom King!

Slowflyworld.de! Wer kennt diese kleinen, nervigen, quirligen, Styroflugzeuge, die zu 80% aus Motor bestehen nicht? An der Spitze dieser preisverschuldeten Randgruppe steht unangefochten Manuel Nübel, kurz ‘Dübel’, der King. Seine Lieblingsdiziplin: Während andere Flieger sich mit einer Alkoholfahne behängen, um im nächsten Song zu flattern, schmückt Dübel seinen Flieger mit Knicklichtern und läßt ihn an Seiner statt zur Musik durch den Nachthimmel tanzen. Eine geile Show! Ich auch, denke ich mir, als ich aus dem Partyzelt torkel. Dann fällt mir mein Kontostand ein und ich torkel zurück. Neuer Tag, neues Glück. Am nächsten Morgen bastelt Dübel einen Nitro zusammen. So einen motorlosen Nurflügler habe ich mir auch mal gebaut. Er flog beschissen! Als Dübel ihn in die Luft wirft, traue ich meinen Augen nicht! Das Ding fliegt ja wirklich!
Wieder daheim krame ich hochmotiviert meinen Nitro aus den tiefen meines Daseins auf eine Wiese. Er fliegt immer noch beschissen und bohrt sich bei jedem Ansatz einer Kurve sofort in den Boden. Verzweifelt schreibe ich Dübel, dem King eine Mail und erkläre detailiert meine Symptome. Bereits ein paar Stunden später bekomme ich folgende Antwort:
Tach du Vogel
WEnn du in der Kurve sau stark im Höhenruder stehen musst, dann mach in Hecklastiger, wenn er selbst in der Kurve bleiben will und du voll stark dagegen Lenken musst, dass er raus kommt, mache ihn hecklastiger
Was für ne Internetpräsenz plant ihr denn??
Viel Spaß,
Manu
Am nächsten Tag renne ich freudig mit meinem Nitro und einigen Bleigürteln zurück auf die Wiese und lege den Schwerpunkt mutig nach hinten. Er fliegt noch beschissener als vorher! Also wieder ein wenig nach vorne!
Die Löcher im Boden werden größer. Eine Schaar Krähen findet sich am Rande der Wiese ein und scheint sich prächtig zu amüsieren, während ich fluchend über das Grün haste. Wieder ein Stück nach hinten das Blei… die Staubwolken wachsen. Die Krähen lachen mich aus und fliegen mir was vor. Na super! Gefrustet greife ich zum Klebeband und wickel alles Blei sowie eine Tüte Unterlegscheiben direkt auf die Nase des Nitro. Schnaubend vor Wut stehe ich da, die Wiese zwischen mir und den Krähen.
Ich hole aus, zögere noch ein kurzes Sekündchen, um mich darüber zu ärgern, dass ich aller Wahrscheinlichkeit nach nur ein bis zwei dieser Flugkünstler erwischen würde, nehme Anlauf und schleudere das Geschoss entschlossen meinen Peiniger entgegen! Mit einem Peifen durchschneidet viel Metall und wenig Tragfläche die Luft, schießt über die Krähen hinweg und segelt grazil dem Horizont entgegen. Erschrocken reiße ich an den Knüppeln meines Senders herum. Der Nitro tadelt mich ein wenig und reagierte präzise auf jeden Ruderausschlag, bis er sanft zu meinen Füßen landet.
Artig verbeuge ich mich vor den vom Schicksal begnadeten Vögeln und rufe ihnen zum Abschied aus voller Brust zu:
“Danke, danke! Diese Show gehörte Manuel Nübel!”
Nachdem ich nun rausgefunden habe, wo bei meinem Nitro hinten ist, schreibe ich Dübel noch eine Mail, um ihn ein weiteres Mal um Rat zu fragen: “Hilfe mein Nitro fliegt rückwärts! Was tun?”
Als ich sie absenden will, durchzuckt mich plötzlich einer dieser Gedanken, bei denen man selber Teil der Wahrheit wird: “Aber er fliegt ja!” Um Gottes willen er fliegt ja! Und er fliegt sogar gut. Außerdem würde Peer sagen: “Never kill a running system!” Also lösche ich die Mail. Allerdings hätte Peer das auch gesagt, als ich über die Wiese rannte …und Dübel dabei vergnügt den Mund zugehalten.






22. September 2005 um 13:37
Mensch Calle,
mir kommen die Tränen
Sau cool geschrieben!!!
Ich ziehe ja bald nach Aschaffenburg bzw. nach Heilbronn, vielleicht können wir uns ja dann nochmal treffen, das dürfte ja dann nicht mehr so weit sein!
Immer genügend Luft unterm Segel wünscht dir,
Manu
17. Oktober 2005 um 17:26
Der hammer deine Artikel!!
Man krümmt sich vor lachen!! Danke Calle!!