Zeppelinabsprung von Mad Mike Küng

Wahnsinns-Aktion von Madmike Küng: Am Sonntag hat es der Pilot tatsächlich geschafft, als erster Mensch mit einem Gleitschirm aus einem fliegenden Zeppelin abzuspringen. Dabei vertraute er auf einen Schirm des Schwenninger Herstellers U-Turn.
Mehr als 10.000 Menschen hatten sich rund um das Lindauer Hafenbecken eingefunden, um bei diesem Mega-Event dabei zu sein. Und sie waren restlos begeistert. Denn MMK, wie er in der Szene nur abgekürzt wird, schaffte nicht nur den Sprung als Head-over – also als Salto über den Schirm – sondern auch noch die perfekte Punktlandung im 448.000 Euro teurem Ferrari-Cabrio.
„Das war die heikelste Aktion, die ich bislang gemacht habe,“ fasste Küng den Sprung zusammen. Denn zunächst verlief der Morgen alles andere als nach Plan: Just, als MMK in den Zeppelin steigen wollte, platzte eine Kraftstoff-Leitung eines Zeppelin-Triebwerkes. Die „Zigarre“ musste in den Hangar geschoben werden, der Zeitplan kam ins Wanken. Denn der Sprung musste bis 11.15 Uhr gelaufen sein, da der Hafen in Lindau ja gesperrt wurde und weitere Verzögerungen den Fahrplan der Bodensee-Schifahrt zum Erliegen gebracht hätte.
Nach einer geglückten Reparatur ging es endlich los. Doch die Windverhältnisse über Lindau waren wegen des einströmenden Föhns sehr anspruchsvoll. Bei einem ersten Versuch, den Schirm für den Sprung unter der Kabine auszubringen, sank der Zeppelin. Eine gefährliche Situation, denn damit kam der Schirm MMK quasi entgegen und drohte von einem über der Kabine laufenden Propeller angesogen zu werden. „So schnell habe ich noch nie einen Schirm wieder reingeholt,“ meinte Küng hinterher. Die Wirbel sorgten zudem dafür, dass die Leinen vertwisteten.
Im zweiten Anlauf klappte es dann. Fritz Günther, Chefpilot der Zeppelin-Reederei, stellte für einen Augenblick den Propeller oberhalb der Ausstiegsluke ab – und MMK sprang in weitem Bogen in die Tiefe. „Das war schon toll zu sehen, wie schnell der Schirm sich öffnete und in einen stabilen Flugzustand überging,“ atmete Thomas Vosseler auf. Der U-Turn-Chef fieberte am Boden mit und war von der unglaublichen Zuschauer- und Medienresonanz begeistert: „So viele Fernsehteams auf einen Haufen hab ich noch nie gesehen.“
Die Kameras richteten sich dann auf das Ferrari-Cabrio, das im Hafenbecken auf einem Floß „geparkt“ war: Im weiten Bogen nahm Mike Küng Maß, um dann perfekt mit dem „EMOTION“, einem Erfolgsmodell von U-Turn, einzuschweben und auf den Sitzen zu landen. Begeisterter Beifall brandete von allen Seiten auf, als Küng eine Ehrenrunde im Hafenbecken drehte. Und Arnold Gardemann, Präsident des offiziellen deutschen Ferrari-Clubs, der den roten Renner zur Verfügung gestellt hatte, durfte auch aufatmen: Das edle Gefährt blieb praktisch unversehrt.






6. Juni 2008 um 22:04
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