Frühjahrsputz in Lüsen

Wasserkuppe  renoviert Quartiere in Lüsen

Letzten Herbst war ich dem Ruf der Wasserkuppe gefolgt, um den goldenen Herbst in Lüsen/Brixen zu erleben, ehrlich gesagt mit eher mäßigem Erfolg. In der Woche vor Ostern fahre ich noch einmal in die Dolomiten, um meine noch ausstehende Wettergarantie einzulösen…

Wieder einmal haben sich A-Scheinanwärter nebst Teilnehmern eines Technik&Thermik-Seminars in der frisch renovierten Tulper Hütte direkt am Startplatz einquartiert um den Frühling in Lüsen zu begrüßen. (Die Zimmer sind wirklich top-renoviert, aber dem Foto da oben konnte ich einfach nicht widerstehen ;-) )

Frühling auf der Alpensüdseite

Dem Wettergeschehen stehe ich zunächst etwas skeptisch gegenüber, aber Flugschulleiter Andreas Schubert war höchpersönlich samt seiner jungen Familie in die Dolomiten gereist, um mich mit seinen Einschätzungen das ein oder andere mal gehörig zu überraschen! An seiner Seite Ina, Murphy und Skybanani. Außerdem hatten sich Andy Frötscher, Mike Küng, UP und Aircotec angesagt! Wow!
Am ersten Tag wird am Rastner Hof gleich ein wenig gesoart! Zwar schienen einige Übereifrige darauf bedacht ständig neue Vorflugregeln zu erfinden, oder zumindest einmal auszuprobieren, aber vielleicht hatten sie auch einfach zu lange im DHV-Info geblättert. Insgesamt also ein gelungener Frühlingsauftakt auf der wetterbegünstigten Alpensüdseite!
Am zweiten Tag regnet es Bindfäden! Aber: auf der Alpennordseite regnet es noch viel, viel mehr Bindfäden!!! Zum Glück bin ich auf der Südseite! Am nächsten Tag stapfte ich selbst im Tal durch 20cm Neuschnee.

Frühlingsneuschnee auf der Alpensüdseite

In der Rhön sind die Bedingungen oft noch härter, also wird geflogen! Rauf gehts zwar nicht, aber mit 800m Höhendifferenz läßt sich auch so etwas anstellen, schließlich ist das hochfrequentierte Dolomitenshuttle im Preis inbegriffen.

Wasserkuppe  renoviert Quartiere in Lüsen

Die Tage werden aber zunehmend angenehmer. Der Schnee taut, der Matsch trocknet und es kann jeden Tag ein wenig mehr gekurbelt werden. Meinem Helm geht das zu schnell! Er verschwindet vorerst in den Schneeresten eines Waldstücks. Der Leihhelm ist ein bißchen größer als mein eigener. Ich kann ich mir sein Innenfutter ansehen während ich ihn auf dem Kopf trage!

UP kommt wirklich und ich darf ein Gurtzeug nicht nur probefliegen, sondern bei einem Start auch ordentlich einsauen. – Das Innenfutter an der Decke des Leihhelms ist übrigens schwarz mit so kleinen Karos drauf…-
Und obwohl ich die Vorstellung der neuen Aircotex-Instrumente verschlafe, fühle ich mich wohler als auf jeder Butterfahrt zuvor. Andy Frötscher sagt ab und von Mike Küng wird nie wieder gesprochen.

Dafür spricht man von Murphy. Denn eines schönen Tages wird der Wind unfliegbar flott. Andreas Schubert schlägt ein Groundhandling vor! Die Busse würden uns zu einer Hütte fahren, von der aus man ca. 15 Min zu einer Wiese laufen würden. Schubi verschwindet im Haus und Murphy fährt mit der Gruppe los, läd die Meute im knöchelhohen Schnee der ‘Almhütte’ ab und stapft allen voraus auf die Alm.

Packtechnik für 15Min Gehweg

Etwa 3 x 15 Minuten später…

Packtechnik für 15Min Gehweg

Etwa 4 x 15 Minuten später treffe ich den ehemaligen Footballspieler in einem Tiefschneefeld wieder und stimme fröhlich in das Gezeter derjenigen Gruppenmitglieder ein, die nicht japsend am Boden liegen und sich gierig Schnee in den Mund stopfen.

Fluglehrer Assistent Murphy

Denjenigen die die Alm nie erreicht haben sei gesagt: ‘Es war schön, aber hart und seid bitte trotzdem dankbar!Wenigstens hat euch jemand am Wegesrand gefunden und heimgebracht. Falls ihr mal wieder in der Gegend seid, die Abstiegsroute auf der anderen Seite ist kürzer. Viel kürzer!’
Als ich wieder bei Kräften bin macht mir das Tiefschneehandling aber richtig Spaß! Ich hüpfe durch die Gegend und lasse mich bis zur totalen Erschöpfung über das Schneefeld ziehen. Meine Groundhandlingwiese zu Hause ist nämlich schon seit Wochen grün und saftig.
Da man in dem Schneefeld auf der Alm jederzeit damit rechnen muß mit einem Bein bis über das Knie einzubrechen, begnügen sich gerade die älteren und die weniger erfahrenen Teilnehmer mit dem Zusehen.

Groundhandling auf der Lüsener Alm

Sämtlichen Verkaufsgesprächen zum trotz taucht mein Helm nach 3 Tagen wieder auf. Als der Wind mal wieder kräftiger bläst, packt ein erfahrener Baumkletterer seine Ausrüstung in einen Rucksack, läuft mit dem Sack auf dem Rücken und mehreren Begleitern ein paar Meter in den Wald, kommt 2 Minuten später mit meinem Helm wieder raus und packt den Rucksack unbenutzt wieder aus. (Äh, danke Robert&Co)

Markus Fiedler vom Team Skybanani zaubert derweil einige Kunststücke à la Mike Küng in den Wind und setzt dem fehlenden X-Alps-Vortrag von Andy Frötscher am Abend einen Reisebericht aus Venezuela entgegen!

Markus Fiedler in Aktion

Den letzten Abend wollen wir in einer Almhütte verbringen. Einige Auserwählte können nach einem traumhaften Abendsoaring auf der Alm toplanden.

Abendsoaring in Lüsen

Ihre Schirme bringt der Wirt später per Schneemobil zu den Bussen auf einen Parkplatz. Als nicht Auserwählter laufe ich mit den anderen auf die Alm.
Nach einem zünftigen Mahl mache ich mich mit einigen der Auserwählten auf den Heimweg. Einige Kilometer VOR dem Parkplatz stoßen wir auf einen Haufen auserwählter Gleitschirme, die an der neuen Schneegrenze liegen. Nachdem alle Piloten murrend ihre Schirme geschultert haben, bleibt ein Sack liegen. Und der hat nicht mal einen Bauchgurt! Als ich zum zweiten Mal mit einem Schirm auf dem Rücken an der Groundhandlingwiese vorüber stapfe ohne geflogen zu sein, knirsche ich ein wenig mit den Zähnen! An unserem Quartier angelangt will ich den Schirm zunächst behalten, gebe ihn dann aber doch zurück. Da es sich nicht um einen U-turn ‘Bodyguard’ handelte, wäre er auf der Wasserkuppe so gut wie wertlos gewesen.
An den Abschlüssen meiner Urlaube in Lüsen muß ich scheinbar noch ein wenig arbeiten.

Fazit:
Lüsen macht doch immer wieder riesig Spaß! Und wenn man sich nicht davor scheut seinen Schirm auch mal in den Matsch zu werfen, kommt man in dem Privatfluggebiet der Flugschule Papillion wirklich oft zum fliegen! Besonders wenn der Flugschulleiter persönlich vor Ort ist und sein unermüdlicher Wissendurst sich Fragen nähert, die man seinem eigenen Fliegerdasein noch nie zuvor gestellt hat, kann man erahnen, wieso es auch einige erfahrene Piloten immer wieder nach Lüsen zieht. Vorausgesetzt man steht auf ‘betreutes Fliegen’.

Aber das letzte Wort hat heute mal Murphy zu dem etwas anstrengenden Ausflug zum Groundhandling.

OHNE WORTE

“Ich kann nichts für eure Fitness!”

Mehr freche FOTOS aus Lüsen gibts >hier<

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  • 5 Antworten zu “Frühjahrsputz in Lüsen”

    1. Christian sagt:

      Tja Calle was soll ich sagen, ham ja schon das ein oder andre mal über diese Art von “xxxxxxxxxxxxxxxxxx” gesprochen,…..

      Wann bist Du wieder in Lüsen *g*?

    2. Peer sagt:

      Calle du bist mein persönlicher Fotogott

    3. Annik sagt:

      Supi Bilder

    4. Silberrücken sagt:

      Der April auf der Alpensüdseite ist eben in JEDER Hinsicht besser als auf der Alpennordseite ! “Weatherman Schubi” macht`s !

    5. Helma Rädeker sagt:

      Tach auch,

      also mein Mann hat vor kurzem mit dem Gleitschirmfliegen angefangen und mir gerade euren fantastischen Bericht über dieses einzigartige Hobby geschickt. Bitte versteht, daß ich mich insbesondere nach gründlichem Abwägen der Vorteile (irres Flugfeeling) und Nachteile (Frostbeulen, Schneegestöber usw) entschieden habe, weiterhin am Boden zu bleiben. Ich verspreche euch, immer in Gedanken dabei zu sein, wenn ihr wieder so ein Event plant. Ich – für meinen Teil – bleibe lieber bei meiner Hundezucht und auf dem Rücken meines Pferdes. Und meinem Mann schenke ich zu Weihnachten vielleicht Schneeschuhe, dann ist der Aufstieg zur Almhütte gleich viel angenehmer für ihn (und ich hab hinterher was zum Lachen…)
      Ja, ich bin ein gehässiges Weib…
      Ich grüße euch trotzdem und wünsche
      “Allzeit Schrott und knitterfreien Flug”
      Eure Helma Rädeker

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